So so, da hat uns die Gerüchteküche heute aber mal wieder ein ganz besonderes Leckerli aufgetischt: Die amerikanische Website digitalbattle.com will über einen Informanten (man könnte manchmal meinen, dass die Stasi in der Spielebranche weiterlebt…) ein Datenblatt zu keinem geringeren Spiel als Battlefield 3 erhalten haben. Die Veröffentlichung des Papierchens war eigentlich für Dezember vorgesehen und auch da nur für Investoren, nichtsdestotrotz geistern die Fakten bereits jetzt schon durchs Internet wie Hui Buh durch Schloss Burgeck. EA beließ die Anfrage, ob an den Infos was dran ist, mit einem herrlich vielsagenden „no comment“, DICE hüllt sich noch in den eisigen schwedischen Nebel des Schweigens. Demnach sind die aufgeführten Features noch mit einem gewissen Maß an Vorsicht zu genießen, auch wenn sie keineswegs unrealistisch erscheinen – was ich persönlich furchtbar finde… Denn mal ganz ehrlich: Nee, das kanns ja wohl wirklich nicht sein… Bevor wir mal einen näheren Blick auf die Informationen werfen, möchte ich Ihnen jedoch noch einmal folgendes Zitat von John Riccitiello, ganz nebenbei EA-Geschäftsführer, welches dieser Anfang Juli mit kritischem Blick auf die Zukunft der Spielebranche äußerte, in den Sinn rufen: „Schlimmstenfalls sind wir am Ende an einem Punkt, wo wir nur noch das machen, was wir in der Vergangenheit gemacht haben. Wir müssen uns aber selber neu erfinden.“ (Quelle der Übersetzung: gamestar.de)
So, und unter den Fittichen dieses Mannes entsteht nun angeblich ein Battlefield 3 mit folgenden Features, wie sie digitalbattle.com zusammengefasst hat:
- Release in late 2008
- Powered by “Frostbite DX”
- Set in year modern day (just like BF2, ed.)
- Will ship with 8 maps, each supporting up to 40-players per team
- Two playable factions, NATO and MEC (Middle Eastern Coalition)
- Same “ticket-based” gameplay style as before
- Maps are mostly urban, based in Middle East
- Squads and Commanders are present, introduced are “Battalions” which consist of three to four squads.
- Five playable classes; Sniper, Assault, Engineer, Medic and Support
- Will feature 48 different vehicles (24 for each faction)
- Will feature 34 different weapons (17 for each faction) and another 22 unlocks (for both factions), in total 56 different weapons.
- Other unlocks include different types of ammunition, body armor, helmets, camouflage and accessories.
- Possible public beta in “Summer 2008″
- Online stats tracking, awards and “real world ranks”
- “Soldier” feature, looks like MMO-styled characters and avatars
- Ranked servers will be available for resellers weeks before the game ships (for testing, apparently, ed.)
- In-game replay and recording feature
- VoIP, friends list, in-game IM-client and “extensive clan support”
- Built-in auto software updater (no more patches!, ed.)
- Windows Vista and OS X (no XP?!, ed.)
- Announcement and teaser trailer in January 2008.
Hmm… Hmm… Da darf man die Stirn schon etwas in Falten legen, oder? Gehen wir mal die wesentlichen Punkte durch: „Powered by „Frostbite DX““. Dabei scheint es sich wohl um eine für den PC umgemodelte Version der Frostbite-Engine zu handeln, die bereits im Konsolenableger „Battlefield: Bad Company“ für ansehliche Action sorgte. Dann geht’s aber auch schon los mit den Rohrkrepierern: „Set in year modern day“, „Two playable factions, NATO and MEC“, „Maps are mostly urban, based in Middle East“. Klingt gut, klingt spannend, aber hatten wir das nicht irgendwann schon mal? Ah, richtig, in Battlefield 2! Schade, dass bei EA anscheinend niemand die eigene Spielehistorie kennt… Nein, mal im Ernst: Warum bitteschön landet das Battlefield-Universum schon wieder in der Moderne, und dann auch noch wieder im Nahen Osten? Das Zukunftsszenario von Battlefield 2142 war Grütze, da bin ich wohl nicht der einzige, der das so sieht. Aber muss das denn auch gleich heißen, dass man quasi das Remake eines zwei Jahren altes Spieles anpeilt? Der Eindruck drängt sich nämlich ebenso auf, wenn das lesende Auge auf Punkte wie „Will ship with 8 maps, each supporting up to 40-players per team“ und „same „ticket-based“ gameplay as before“ treffen muss. 40 Spieler pro Team? Huhu, EA! Wir leben im Jahr 2007! Viele Spieler wünschen sich mal richtige Schlachten in einem Battlefield-Titel, so wie sie ein Joint Operations mit beinahe doppelter Spielerzahl schon vor drei Jahren frei Haus lieferte! Große Innovationen (Vorsicht, Ironie!) scheint man wenigstens bei den Klassen anzupeilen: Den Spec-Ops gibt’s nicht mehr, das „imba!“-Geunke muss den EA-Leuten dann wohl doch auf den Keks gegangen sein. Der Balance des Spiels dürfte es sicherlich nicht schaden, die restlichen Klassen werden jedoch scheinbar beibehalten – und die waren in BF2 auch nicht immer perfekt ausbalanciert. Interessant klingen die „Battalions“, die aus drei bis vier Squads bestehen sollen. Wie das dann praktisch auf dem Schlachtfeld funktionieren soll, ist wieder eine andere Frage. Die Kommunikation zwischen Commander und Squad-Leader war bereits in BF2 eine alles andere als einfache Geschichte und wie das besser werden soll, wenn man noch eine Instanz dazwischen schaltet, ist nun doch sehr zweifelhaft. Hält am Ende noch der Bürokratiestau Einzug auf dem Schlachtfeld? Dürfen wir uns auf Szenen freuen, wie wir sie sonst nur aus kommunikationsgestörten deutschen Ämtern kennen? Müssen am Ende alle zur Familientherapie? Auch wenn Battlefield gerne mal Genre-Maßstäbe setzte, scheint es vor Trendeinflüssen nicht gefeit zu sein: Spieler dürfen anscheinend ihre Soldaten modden, tunen, pimpen – oder wie auch immer man dazu sagen will. Jedenfalls scheint das Ranking-System nun auch ordentlich was auf die Augen zu geben, denn es lässt sich allerlei Kram freischalten, mit dem Sie Ihrem Streiter wie einen Christbaum behängen dürfen. Erscheinen soll Battlefield 3 – obwohl es im Moment eher nach Battlefield 2.6 aussieht – Ende 2008, die Ankündigung soll Anfang des Jahres folgen. Bleibt abzuwarten, was von der Featureliste sich bewahrheitet und was nicht – ich hoffe instinktiv, dass letzteres vermehrt der Fall sein wird…
0 Antworten zu „The show must go on?“