Archiv der Kategorie 'Philosophien'

Oase in der österreichischen Service-Wüste

Ein wahre Erfolgserlebnis erfuhr ich heute beim Kauf eines HD-Fernsehers, nachdem ich bereits zuvor in zahlreichen Filialen unterschiedlichen Elektromärkte versucht hatte Rat einzuholen. Kompetente und ehrliche Auskunft erhielt ich von einem HD-Experten in der Starun-Filiale Gerngross, auf der Mariahilferstraße in Wien. Bereits zuvor bin ich durch die Filialen in der Millenium City, SCS, sowie zu Media Markt in Hietzing und Cosmos in Lastaffa gestapft, doch kompetenter Rat? Fehlanzeige.

Es war teilweise ein echtes Trauerspiel, so musste ich etwa erfahren, dass eine ganze Schar von angeblichen „Kaufberatern“ mir keine Auskunft darüber geben konnten, welches Display-Panel (das tatsächliche Display welches sich im Gehäuse des HDTVs verbirgt) sich in den Geräten der Unternehmens-eigenen Marke „Sungoo“ verbirgt. Hallo? Zumindest darüber sollte man seine eigenen – wenn auch teilweise noch sehr jungen – Verkäufer aufklären. Immerhin Einer sollte das doch wissen. Es sind übrigens, wie es auch bei der Firma Teco der Fall ist (was ich von einem höchst engagierten und kompetenten Mitarbeiter erfahren habe), ein älteres Samsung-Panel. Doch wie kann es sein, dass die Unternehmen heutzutage keinen Wert mehr darauf legen das eigene Personal in technischen Belangen richtig zu schulen. Es ist doch nicht etwa wie im Supermarkt, immerhin handelt es sich dabei um Elektrogeschäfte bei denen ich mir den ein oder anderen sinnvollen Rat von einem Verkäufer erwarte. Natürlich muss man deshalb andere Produkte nicht schlecht machen, aber ein bisschen Fachkenntnis und Ehrlichkeit erwarte ich mir da doch.

Gerade beim Spielen mit Videokonsolen wie Playstation 3 oder Xbox 360 würde ich außerdem zuvor gerne einmal Probe spielen, oder zumindest einen DVD-Player anschließen wollen. Doch so etwas ist natürlich nicht möglich. Das Resultat: Man kann sich 1) kein eigenes Bild von den LCD- und Plasma-Geräten machen und bekommt 2) keinen fachgerechten Rat oder irgendeine Form der Hilfestellung. Käufer (und Spieler) sind daher komplett auf sich alleine gestellt und müssen entweder tausende Euro investieren um auf Nummer Sicher zu gehen oder sich durch die Weiten des Internes kämpfen um sich das Wissen selbst anzueignen. Was doch eigentlich die Aufgabe der Verkäufer ist, was die Elektronikgeschäfte allzu oft zu vernachlässigen scheinen. Dass die mangelnde Schulung eine Tatsache ist musste ich allerdings nicht in den letzten Wochen zum ersten Mal feststellen, auch ein Bekannter von mir klagte darüber, dass man die Leute in irgendwelche Abteilungen schicken würde, ohne dass diese auch nur einen Deut mehr Ahnung von der Materie haben als die Kunden selbst.

Soviel zum Thema Service ….

Benutzerfeindliche Firmenphilosophien – Sony und Nvidia machen’s vor

So scheint Anbeginn der Zeit haben Unternehmen es sich zur Aufgabe gemacht Mitarbeiter und Kunden zu verärgern. Erstere werden dabei mit unzähligen, geheimen Informationen behaftet die sich nicht ausplaudern dürfen, was meistens selbstverständlich fehlschlägt. Immerhin handelt es sich auch dabei nur um Menschen und wie würde die Welt nur aussehen, wenn es sie nicht gäbe. Sogenannte „Maulwürfe“ sind auch für die Spielbranche unerlässlich, denn wie sonst sollen Verbraucher sich vor den fiesen Firmenstrategien von Konzernen wie Sony oder Nvidia – die beiden jüngsten Beispiele – schützen?

Nun fragen Sie sich sicher warum mich soviel Unmut plagt.

Sony: Seit einigen Wochen kursieren im Internet – Dank der Firmenspitzel – Gerüchte rund um eine neue, günstigere Version der Playstation 3. Nicht auf Grund der Firmenphilosophie, sondern wegen der Bösartigkeit gegenüber Endanwendern entscheidet sich Sony zu behaupten, dass es dieses Jahr keine Preissenkung der 600 Euro teuren Playstation 3 mehr geben wird. Kurz darauf liefert man das Gerät mit zwei Spielen aus, teilweise verschenkt man sogar kostenlose Blu-ray Discs.

Einige Tage später scheint die Bösartigkeit des Unternehmens überwunden, Sony sträubt sich dagegen zu den weit verbreiteten Gerüchten Stellung zu nehmen, widerruft vorherige Aussagen allerdings nicht. Mehrere tausend Benutzer begaben sich in der Zwischenzeit in den Handel um das 600 Euro teure Multimedia-Wunder zu erstehen, nicht ahnend was Sony tatsächlich vorhat.

Und nun sieht es so aus: Sony kündigte zwei Versionen der Playstation 3 für den europäischen Markt an. Künftig wird es eine abgespeckte 399 Euro Version der Playstation 3 geben, der Preis des sogenannten Start Packs sinkt auf 499 Euro, außerdem erhalten Spieler zusätzlich einen weiteren Controller und die beiden standardmäßigen Spiele.

Nvidia: Fast noch übler verhält sich der Entwickler von Grafikkarten in den letzten Wochen und Tagen gegenüber seiner Käuferschaft. Geschäfte bieten nach wie vor das alte Modell Geforce 8800 GTS Modell mit 320 Megabyte Grafikspeicher an. Doch ein chinesisches Vögelchen hat dem Internet nun gezwitschert, dass es sich dabei um ein veraltetes Auslaufmodell handelt und trotzdem liegt der Preis nach wie vor bei fast 300 Euro. Eine Frechheit wenn man bedenkt, dass der Nachfolger mit 256 Megabyte um 200 Euro in die Läden kommen soll, doppelt soviel Speicher wird es für nur 50 Euro Aufpreis geben. Außerdem soll der überarbeitete Chip mit 16 Stream Prozessoren mehr zurecht kommen.

Nun frage ich Sie als Verbraucher: Ist das fair?